Mein Magentumor – Rettung in letzter Minute – Odie springt von Messers Schneide

Ich fing an mich jeden Morgen zu übergeben. Nach 1 Woche ging Frauchen mit mir zum Tierarzt. Sie dachte es hatte mit meiner Allergie zu tun. Ich wurde abgetastet. Ein besorgter Blick des Tierarztes, ein kurzes „wir müssen Röntgen“. Mein Frauchen dachte immer noch, dass es um meine Hüfte ging bzw. um ein Entzündung aufgrund meiner Allergien. Dann der Blick aus Röntgenbild. Die TA-Helferinnen sahen bedrückt auf mich hinab. Auf dem Bild war ein Fußballgroßer Fremdkörper zu sehen. Frauchen fing an zu weinen. Der Tierarzt betrat den Raum. Auch er sah sehr besorgt aus. Die Diagnose, es ist hoffentlich nur ein Milztumor, dann wird die Milz entfernt, wenn es die Leber ist, dann kann es sein, dass es das Ende ist. Betretene Stille. Egal was es ist, es muss operiert werden, am besten gleich morgen früh. Gesagt getan. Am nächsten Morgen war der OP-Termin. Angesetzt war ca. 1 Stunde, wenn es die Milz ist. Nach 2 Stunden im Wartezimmer fragte Frauchen nach. Was ist los? Gibt es komplikationen? Wieso dauert das so lange? Lebt Odie noch? Antwort: Die Operation ist im vollen Gange. Odie geht es den Umständen entsprechend gut. Nach weiteren 2 Stunden wieder die Fragen. Dann die Rückantwort aus dem OP. Sie sind gerade beim Zumachen. Wieso so lange? Was ist passiert? Endlich wurde Frauchen zu mir gelassen. Ich lag in einem Aufwachbett. Eine Infussion an der Pfote und ein riesiger Verband am Bauch. Der TA kam rein. Es war kein Milztumor, auch kein Lebertumor. Es war ein Tumor in der Magenwand, der die oben liegende Magenwand komplett durchdrang und das Erbrechen kam, da kein Essen mehr in den Magen gelangen konnte. Frauchen konnte es nicht glauben und wollte den Tumor sehen. Ein riesiger Tumor, der die ganze Schüssel ausfüllte. Er war über 1 KG schwer.

Ich wachte immer noch nicht aus der Narkose aus. Trotz gespritztem Gegenmittel wurde ich nicht wach. Auch nach weiteren Stunden keine Reaktion.

Der Tierarzt gab Frauchen seine Privatnummer. Ich wurde heimgebracht. Am späten Abend rief der TA nochmals an. Ich war kaum bei Bewußtsein und sollte am nächsten Tag auf jeden Fall zur Nachkontrolle kommen. Wieder eine Infussion und das jeden Tag. Ich hatte immer noch nicht getrunken, geschweige denn gegessen. Ich verweigerte alles. Nach 1 Woche brachte mich Frauchen in den OBI. Dort war ich sehr gerne und sah mir die Nager an. Das ist wie Sky-Fernsehen. Meine Lieblingsverkäuferin kam auf mich zu. Als sie von meiner OP hörte, kam Sie mit einer kleinen Dose Probefutter für Allergiker an. Sie öffnete die Dose direkt vor meiner Nase. Ich drehte meinen Kopf weg. Sie fuhr mit dem Finger über das Essen und dann über meine Lefzen. Ich leckte mir die Lefzen. Diesen Vorgang wiederholten wir ein gutes Duzend mal, dann endlich schleckte ich aktiv an dem Finger mit dem Futter. Die Augen meines Frauchens läuchteten auf. Sie kaufte dieses Sorte und wir öffneten diese sofort im Laden. Mehr als ein Esslöffel ging aber nicht. Mir fehlte mehr als die Hälfte meines Magens und die OP-Narbe war innen genausolang wie außen. Fast 30cm. Wer würde da schon essen wollen. Von Tag zu Tag ging es besser. Frauchen hatte aber die Panik, dass es das gewesen sein könnte und schleppte mich zu dem Fotografen, bei dem wir vor Wochen einen Fototermin ausgemacht hatten. Herrchen war stinksauer. Das ist zuviel für den Hund. Frauchen wusste dies auch, hatte aber Angst, dass dies die letzten Bilder von mir sein könnten. Sie musste Herrchen hoch und heilig versprechen, dass ich nichts tun müsse. Einfach fotografiert werden. Gesagt getan, Ich saß nur da und die Fotografin fotografierte mich. Nach einiger Zeit legte ich mich hin und die Fotografin staffierte Accessories um mich herum. Dabei entstand ein wunderbares Bild, dass bis heute jeden sprachlos macht. Fast tot und doch so fotogen. Das Bild wurde 4 Tage nach der OP gemacht.

Monate später, bei der Ultraschall-Nachkontrolle gestand mir der TA, dass er nicht dachte, dass ich das überleben würde. Mit 10 Jahren so eine große OP. Er meinte, dass ich es Frauchen zu verdanken habe, dass Sie sich Tag und Nacht um mich gekümmert hatte und mich jede Stunde mit einem Teelöffel futter versorgt hatte, dass ich es geschafft hätte.

Der Tumor selbst war gutartig.

Wieder mal habe ich bewiesen, dass auch die auswegloseste Situation noch zum Guten gewendet werden kann.

Ich möchte mich hiermit bei meinem Frauchen, meinem Herrchen, meinen 3 Tierärzten, besonders dem Tierart der die OP gemacht hat und den ganzen Tierarzthelferinnen dafür danken, dass mich keiner aufgegeben hat.

Euer Odie

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34 Gedanken zu “Mein Magentumor – Rettung in letzter Minute – Odie springt von Messers Schneide

    1. Hallo. Ich würde gerne deinen Blogs folgen. Habe es bereits mehrfach probiert. Aber jedes mal, wenn ich auf ninjaprooved.wordpress.com klicke, dann kommt die Meldung doesn’t exist. Vielleicht kannst du mir helfen. Wie ich das genau machen, wenn diese Meldung kommt. LG Odie

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  1. Hallo Odie,
    schätze dich glücklich, dass du so tolle Frauchen und Herrchen hast. Und wenn es dir wieder einmal schlecht gehen sollte, dann denke an deinen Erlebnisberichte Besuch bei Hundemaxx. Das baut dich wieder auf!
    GLG Nacho

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    1. Hallo Nacho. Was mir immer wieder Kraft gegeben hat in den letzten Wochen sind deine Blogs. Es erfüllt mein Herz mit Freude zu sehen, wie Jung du noch bist und wieviel Freude du mir durch deine Worte schenkst. GLG dein Kumpel Odie.

      P. S. Ich habe dich für den Liebsten Award Nominiert. Ich hoffe, dass du den Blog gesehen hast, da ich nicht genau weiß wie man die Nominierten genau anschreibt. ;-))
      P. P.S. Bin halt noch nicht so PC sicher wie du. :-]

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      1. Hallo Odie,

        das freut mich sehr, wenn ich dich mit meinen kleinen Blogbeiträgen erheitern kann :-)!

        Zum Liebster Award. Lieber Odie, ich fühle mich wirklich sehr geehrt, dass du mich vorgeschlagen hast. Dafür möchte ich dir an dieser Stelle ebenso danken wie der Bia von https://alleinsein1974.wordpress.com, die mich ebenfalls nominiert hat. Doch ich muss gestehen, dass ich mich selbst damit sehr schwer tue. Zum einen mag ich nicht so gerne die zum Teil recht persönlichen Fragen für alle Öffentlichkeit sichtbar beantworten. Zum anderen erinnert mich das Verfahren sehr an Kettenbriefe, die mit dem sog. Schneeballeffekt arbeiten und mit diesen habe ich vor Jahren sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

        Also wie Eingangs geschrieben, weiß ich eure Nominierung sehr wertzuschätzen, möchte aber aus den hier genannten Gründen nicht teilnehmen. Für andere Blogger kann der Liebster Award sicher eine ganz tolle Sache sein und dann sollen sie selbstverständlich daran teilnehmen. Bei mir persönlich passt der Award halt nicht so.

        Ich hoffe auf euer Verständnis und möchte auf keinen Fall, dass sich irgendjemand vor den Kopf gestoßen fühlt. Weder den zwei netten Menschen, die mich vorgeschlagen haben, noch den vielen anderen Mensche, die mit Freude und großem Engagement dabei sind.

        Liebe Grüße
        Euer Nacho

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      2. Hallo Nacho. Da bin ich dir auf die Pfoten getreten. Von dieser Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet. Selbstverständlich verstehe ich deine Entscheidung, die Nominierung nicht anzunehmen. Du bist und bleibst aber mein persönlicher Liebster. Mit oder ohne Award. Dein Kumpel Odie

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